"BlickPunkt"/ Werder, 29.05.2009:

Bürgermeister Werner Große (CDU), KURAGE-Vorsitzender Uwe Dinjus
Foto: Koß, BlickPunkt-Brandenburg
Ein Titel, der stolz macht
Werder. Die
Stadt Werder ist schon mit vielen Titeln bedacht worden, die ihr zur
Ehre gereichen. Seit wenigen Tagen trägt sie nun
auch den Titel „Ort
der Vielfalt". Vor zwei Jahren hatte die Bundesregierung diese
Initiative „für beispielhaftes Engagement
im Kampf gegen
Rechtextremismus, Fremdenfeindlichkeit und Gewalt" ins Leben gerufen.
Bis zum nächsten Jahr sollen
sich möglichst viele Kommunen mit diesem
Titel präsentieren können. Im Vorjahr hatten bereits 66 Städte und
Gemeinden
dieses Ortschild in Empfang genommen. Vor einiger Zeit
entschieden sich auch die Stadtverordneten von Werder
einstimmig dafür,
sich dieser Initiative anzuschließen. Und schon in diesem Jahr gehört
Werder zu den 93 weiteren
Kommunen im Bundesgebiet, die dieses
Ortschild jetzt verliehen bekommen haben. Brandenburgs Innenminister
Jörg Schönbohm bezeichnete es als bemerkenswert, dass allein zwölf
Städte des Landes ausgezeichnet wurden. Werders
Bürgermeister und die
zahlreichen Engagierten der Stadt können auf viele Fakten und
Initiativen verweisen, die die
Auszeichnung der Stadt rechtfertigen.
Allein die Verhinderung der DVU bei den Kommunalwahlen im Vorjahr war
ein Erfolg
der Demokraten der Stadt. Das Landesbüro der Rechten hatte
daraufhin die Flucht aus Werder angetreten. Auch die Schulen
und
Gymnasien sowie die Sportvereine aus Werder und seinen Ortsteilen
engagieren sich mit vielfältigen Projekten gegen
Rechts und
Fremdenhass. Ein sehr wichtiger Schritt zum „Ort der Vielfalt" war das
Europafest am 9. Juni in Werder, an dem
sich alle demokratischen Kräfte
der Stadt beteiligt hatten und das unter der Schirmherrschaft von
Bürgermeister Große stand.
Das Bürgerbündnis Kurage in Werder, in dem
sich viele Bürger der Stadt unabhängig von ihrer politischen
Ausrichtung
einbringen, hatte dieses Großereignis ins Leben gerufen und
organisiert. Uwe Dinijus, Vorsitzender des Bündnisses, kündigte
weitere
Aktivitäten gegen Rechts und Fremdenfeindlichkeit an. Herbert Koß


KURAGE liest mit Stolz die "Potsdamer Neueste Nachrichten":
„Extremisten unerwünscht“
Werder (Havel) ist gestern mit 93 weiteren Kommunen
zum „Ort der Vielfalt“ gekürt worden (25.05.09)
Werder (Havel) - Von Aachen bis Zwickau – 93 deutsche Kommunen haben gestern von
der Bundesregierung den Titel „Ort der Vielfalt“ verliehen bekommen. Unter den zwölf
neuen brandenburgischen Namensträgern reiht sich zwischen Falkensee, Rathenow,
Hennigsdorf oder Senftenberg auch Werder (Havel) ein. Die Initiative „Ort der Vielfalt“
wurde im November 2007 von der Bundesregierung gestartet und macht mobil gegen
Rechtsextremismus und Fremdenfeindlichkeit. Bis 2010 sollen möglichst viele
Kommunen dafür gewonnen werden, schon im September 2008 hatten 66 Kommunen
den Titel mit „Ortsschild“ überreicht bekommen.
Werders Bürgermeister Werner Große (CDU) verbucht auf der Habenseite, dass es der
DVU bei den Kommunalwahlen 2008 – trotz massiver Wahlwerbung – nicht gelungen ist,
einen Sitz in der Stadtverordnetenversammlung zu erringen. An Werders Schulen werde
Toleranz und Weltoffenheit gelehrt: Die Carl-von-Ossietzky-Oberschule hat den Titel
„Schule ohne Rassismus – Schule mit Courage“ erhalten. Seit 2005 gestalten Schüler und
Lehrer am Ernst-Haeckel-Gymnasium einen Tag gegen Rechts, der ganz bewusst am
9. November 2008 mit vielen Höhepunkten begangen wurde. An den Grundschulen gibt es
Konzepte gegen Gewalt, für gutes Benehmen und Zusammenleben mit anderen Völkern und
ihre Kulturen, zum Beispiel Europaprojekttage. Im Rahmen der Aktion „Tagewerk“ hat die
Grundschule Glindow mit einer Schule in Mosambik eine Partnerschaft aufgenommen. Die
drei Fußballklubs der Stadt haben am Spieltag für Menschlichkeit und Toleranz teilgenommen.
Nicht zuletzt wirbt das Aktionsbündnis Kurage für den Kulturaustausch und gegen
Rassismus und Gewalt. Zum Europafest am 9. Mai hatte Kurage Bürgermeister Große als
Schirmherr gewinnen können. Große geht davon aus, dass es neben den städtischen
Bemühungen um Toleranz und Vielfalt auch künftig Aktionen aus der Bürgerschaft heraus
geben wird. Die Bewerbung der Stadt als „Ort der Vielfalt“ geht auf einen Antrag der
Linken zurück, der im Stadtparlament einstimmig befürwortet wurde.
Hermann Kues (CDU), Parlamentarischer Staatssekretär im Bundesfamilienministerium,
würdigte bei der Auszeichnungsveranstaltung in Berlin das Engagement der in den
Kommunen lebenden Bürger: „Viele dieser Menschen haben eines gemeinsam – sie setzen
sich dafür ein, dass Fremdenfeindlichkeit und Rechtsextremismus in ihren Reihen keinen
Platz haben. Sie engagieren sich in Aktionsbündnissen, Initiativen und Projekten für ein
vielfältiges, tolerantes und demokratisches Miteinander.“
Brandenburgs Innenminister Jörg Schönbohm (CDU) bezeichnete es als bemerkenswert,
dass Brandenburg mit zwölf von 93 Auszeichnungen überproportional unter den
Preisträgern vertreten sei. „Die ausgezeichneten Kommunen machen klar: Extremisten
sind in Brandenburg unerwünscht.“ Die Auszeichnungen müssten ein Ansporn für andere
Kommunen sein, sich noch stärker gegen Rechtsextremismus, Fremdenfeindlichkeit und
Gewalt einzusetzen.
Henry Klix



Foto:Quelle
Hier der Wortlaut der Erklärung, den alle Parteien der Stadtverordnetenversammlung Werder (Havel) einstimmig mittragen.

KURAGE-Erklärung, 08.Juli 2008:
Für ein Netzwerk aller demokratischen Kräfte vor Ort
I.
Das Werderaner Bündnis KURAGE bekräftigt seine ablehnende Haltung gegen alle Aktivitäten von Rechtsextremisten und Neonazis. Der Rechtsextremismus ist eine rassistische, gewaltverherrlichende und verfassungsfeindliche Ideologie, die allen sittlichen und ethischen Grundwerten der Demokratie widerspricht. KURAGE begrüßt die entsprechende Erklärung Werders Stadtverordnetenversammlung gegen Extremismus.
II.
KURAGE wird dazu beitragen, dass der einstimmige Beschluss der Stadtverordnetenversammlung von Werder, die Kampagne der Bundesregierung „Ort der Vielfalt“ zu unterstützen, einer breiten Öffentlichkeit bekannt gemacht und spürbar mit Leben gefüllt wird.
Ziele sind dabei:
• das Einstehen für und die Förderung von demokratischen Werten und Toleranz;
• die Förderung von sozialem Engagement;
• das entschlossene Handeln gegen Rechtsextremismus, Fremdenfeindlichkeit,
Antisemitismus und damit zusammenhängende Gewalt;
• die Vernetzung und Zusammenarbeit mit den demokratischen Kräften vor Ort;
• die soziale und emotionale Stärkung junger Menschen mit dem Ziel, sie gegen -
Rechtsextremismus, Fremdenfeindlichkeit und Antisemitismus zu wappnen.
III.
KURAGE ruft alle Bürgerinnen und Bürger, Vereine, Organisationen, Parteien und Unternehmen auf, sich durch vielfältige Aktivitäten gegen den Rechtsextremismus zu beteiligen und Werder zu einem Ort der Vielfalt für alle Bürgerinnen und Bürger zu entwickeln.
Werder braucht ein Netzwerk aller demokratischen Kräfte vor Ort. Damit kann Hilfe zur Selbsthilfe gegeben sowie Eigeninitiative und Selbstorganisation entwickelt werden. So werden gesellschaftliches Engagement und demokratische Kultur gefördert.
Das Werderaner Bündnis KURAGE wird es tatkräftig unterstützen.

Werder will "Ort der Vielfalt" sein
Den einstimmigen Beschluss der Stadtverordnetenversammlung von Werder, die Kampagne der Bundesregierung „Ort der Vielfalt“ zu unterstützen, verbucht KURAGE als einen guten Erfolg und will sich anbieten, der Gemeinde bei der Umsetzung in konkrete Schritte helfend zur Verfügung zu stehen.
Die Stadtverordnetenversammlung erklärt sich mit ihrer Unterstützung „bereit, einen aktiven Beitrag zur Stärkung von Vielfalt, Toleranz und Demokratie und zur Bekämpfung von Rechtsextremismus, Fremdenfeindlichkeit und Antisemitismus zu leisten.
Leitziele ihres Handelns sind dabei:
• das Einstehen für und die Förderung von demokratischen Werten und Toleranz;
• die Förderung von sozialem Engagement;
• das entschlossene Handeln gegen Rechtsextremismus, Fremdenfeindlichkeit, Antisemitismus und damit zusammenhängende Gewalt;
• die Vernetzung und Zusammenarbeit mit den demokratischen Kräften vor Ort;
• die soziale und emotionale Stärkung junger Menschen mit dem Ziel, sie gegen Rechtsextremismus, Fremdenfeindlichkeit und Antisemitismus zu wappnen.“
KURAGE diskutiert Initiative der Bundesregierung
"Deutschland – Ort der Vielfalt",
denn Vielfalt tut gut!
