NÄCHSTE ZUSAMMENKUNFT:
18. Mai 2010, 18 Uhr, Treffpunkt Werder/Plantagenplatz
Thema: inhaltliche Vorbereitung auf den 6. Juni (Gottesdienst)

Letzter Flieger aus Syrien
Heute werden rund 180 irakische Flüchtlinge aus Syrien erwartet, die im Rahmen eines im Jahr 2008 beschlossenen Aufnahmeprogramms in Deutschland aufgenommen werden. Damit ist die von Deutschland zugesagte Quote mit nahezu 2.500 aufgenommenen besonders schutzbedürftigen Menschen erfüllt. Unter den Aufgenommenen sind vor allem Angehörige religiöser Minderheiten, Kinder und Jugendliche sowie Menschen mit Verwandten in Deutschland.
Die EU-Innenminister hatten sich 2008 darauf verständigt, bis zu 10.000 besonders schutzbedürftige Flüchtlinge aus dem Irak aufzunehmen, es durften aber bis heute nur 3.300 - 4.000 Menschen kommen. Daraus wird ersichtlich, dass es mit der europäischen Solidarität mit den Irakflüchtlingen nicht weit her ist.
Dringend notwendig ist ein kontinuierliches Resettlementprogramm zur Aufnahme von Flüchtlingen. Es braucht jährlich angemessene, verbindliche Quoten statt mühsam durchgesetzter Einzelaktionen – die zudem die Flüchtlingserstaufnahme vor Ort kaum wirklich entlastet.
Angesichts der Lage in der Herkunftsregion mit weit mehr als einer Million Flüchtlinge bleibt die Aufnahme von 2.500 Menschen in Deutschland ein Tropfen auf den heißen Stein.
PRO ASYL hat deshalb im Februar 2010 die E-Mail-Aktion „Verantwortung übernehmen – Flüchtlinge aufnehmen“
http://www.proasyl.de/de/home/aktion-verantwortung-uebernehmen/
gestartet, mit der Bundesinnenminister Thomas de Maizière aufgefordert wird, mehr Irakflüchtlinge aus der Krisenregion in Syrien, Jordanien und der Türkei zu holen und dafür zu sorgen, dass Deutschland sich am Resettlementprogramm der Vereinten Nationen mit der jährlichen Aufnahme einer substanziellen Zahl von Flüchtlingen beteiligt.
Quelle: proasyl.de

Die SAVE ME-Kampagne für die Aufnahme von Flüchtlingen
auch in Werder (Havel)
In Werder hat sich eine lokale Gruppe gegründet, die die bundesweite Kampagne „Save me
(zu deutsch: Rette mich) – eine Stadt sagt ja“ unterstützt. Sie steht unter dem Motto „Save me -
Flüchtlinge aufnehmen! Werder sagt ja! Menschenrechte kennen keine Grenzen!“
Ziel der Kampagne ist die organisierte Aufnahme von Flüchtlingen in der Bundesrepublik
Deutschland und der Europäischen Union insgesamt. Die Zahl der weltweiten Flüchtlinge aus
Krisengebieten wie dem Irak, Birma und dem Kongo wird auf insgesamt 9,2 Millionen geschätzt,
doch „der Weg nach Europa ist ihnen verstellt, die Hürden sind nahezu unüberwindbar“, heißt
es seitens der Organisatoren. SAVE-ME-WERDER will die Werderaner zu einer Willensbekundung
aufrufen: „Sollte jemand kommen, bin ich bereit, ihn aufzunehmen oder ihn zu unterstützen.“
Mittlerweile 40 deutsche Städte wie Berlin und München machen bei der Kampagne mit und haben
eigene Internetseiten geschaltet, auf denen zum Thema Flüchtlingspolitik informiert und zu Aktionen
aufgerufen wird. So soll am 1. Oktober vor dem Berliner Hauptbahnhof mit knapp 4 781 Rettungsringen
– so viele Personen unterstützen Save-me – und Ortsschildern eine Wende in der Flüchtlingspolitik
gefordert werden.
Die Werderaner Save-me-Homepage soll Ende September ins Netz gestellt werden. Die Bürger sollen
aufgerufen werden, sich Gedanken zu machen und auch örtliche gesellschaftliche Organisationen wie
die Arbeiterwohlfahrt oder das Diakonische Werk und Vereine zum Mitmachen bewegt werden. Der
AWO-Treff Werder ist bereits dabei.
Unterstützt wird die Kampagne bundesweit auch von Flüchtlingsverbänden, kirchlichen Organisationen,
der Arbeiterwohlfahrt, dem Diakonische Werk, dem Deutschen Roten Kreuz sowie Amnesty International
und dem Verein Pro-Asyl. Sie alle fordern, ein jährliches Kontingent von Flüchtlingen dauerhaft
aufzunehmen und in Deutschland zu integrieren. Die Aufnahme von insgesamt 2 500 Flüchtlingen
aus dem Irak in diesem Jahr könne dabei nur ein Anfang sein, heißt es in einer Mitteilung von Save me
Werder.
Auch aus Werder soll schließlich der Aufruf an die Bundesregierung für eine weniger restriktive
Flüchtlingspolitik ergehen.
Zu erreichen ist die Homepage unter www.save-me-werder.de. Hier kann man sich auch der Kampagne
anschließen.